Afrikaniche Stoffe

Halli Hallo Liebe LeserInnen,

huete schreibe ich über die Geschichte und Herkunft einiger afrikanischen Stoffe (zumindest diejenigen, die ich kenne). Die afrikanischen Stoffe sind in der Regel geflochtene pflanzliche Stoffe. Es gibt verschiedene Arten von Stoffen.

Bogolan: stammt aus Erde

Eine, die ich persönlich sehr mag, heißt BOGOLAN. BOGOLAN ist in Bambara, die meist gesprochene Sprache Malis. „BOGO“ heißt „Erde“,  und „LAN“ bedeutet „stammt aus“.  Bogolan sind grob strukturierte und handgewebte Baumwollstreifen, die etwa zehn bis 15 Zentimeter breit sind und zusammengenäht werden. Traditionell werden die Baumwollstreifen von Männern gewebt.

 Bogolon  wird gefärbt mit einer alten traditionellen Technik die in Mali, Guinea und Burkina Faso verwendet wird. Die Färbung der Stoffe wird in mehrere Etappen durchgeführt. Für die Grundverfärbung wird den Stoff in einer Mischung aus Birkenblättern, dann wird den Stoff mit Ton verfärbt. Die kunstvollen Muster werden von Frauen durch wiederholtes Auftragen von Schlamm und Saft, der sowohl aus Blättern als auch aus Baumrinde gewonnen wird, hergestellt. Der Färbeprozess ist äußerst zeitraubend, was das Produkt zu einem sehr begehrten Artikel macht. Bogolan ist zu einem international anerkannten Symbol afrikanischen Stils geworden.

 

Khanga und Kitenge

Eine Khanga ist ein rechteckiges Stück Stoff (etwa 1 Meter breit und 1,5 Meter lang) mit einer Bordüre auf allen vier Seiten, einer Aufschrift und einem Motiv in der Mitte. Das kann eine Kaffekanne sein, ein geometrisches Blumenmuster und vieles andere. Khangas werden immer als Paar verkauft und bestehen meisten aus Baumwolle. Die Texte reichen von guten Wünsche bis zu Gehässigkeiten. Bei den Küstenleute wird die Khanga gern für den Austausch von Botschaften benutzt. Die Art, die Khangas zu tragen, variiert von einer kulturellen Gruppe zur anderen. Khangas werden vor allem in Ostafrika, besonders in Tansania und Kenia getragen.

 

Kintenge bezeichnet bunt bedruckten Stoff festerer Qualität, der in Ostafrika als Kleidungstoff für Blusen und Röcke, als Tragetuch und sogar als Kopfbedeckung verwendet wird. Im Gegensatz zu Khanga ist Kitenge Meterware und wird vom Ballen verkauft. Kitenge ist auch nicht mit Motiven, Sprüchen oder politischen Slogans verzieht, ähnelt aber in den Mustern der Khanga. Als Kleidungsstück wird Kitenge von afrikanischen Frauen ähnlich einem Sarong oft um Brust oder Hüfte gewickelt getragen. Seltener tragen auch Männer Kitenge um die Taille geschlungen. Ihren Ursprung hat diese Mode im 18. Jahrhundert auf Sansibar und wird in Kenia, Tansania, Uganda, Sudan und Somalia getragen.

 

Kente

KENTE ist ein Stoff, der von den Angehörigen der Akanvölker in der Elfenbeinküste sowie der Ewe in Ghana hergestellt wird und früher nur von Königen getragen werden durfte. Ausgangsmaterial war feine Baumwolle oder Seide.

Geometrische Motive, die Fischen, Vögeln, Früchten, Blättern. Sonnenuntergängen, Regenbogen und anderen Anblicken in der Natur glichen, brachten eine bis ins kleinste Details genaue Webkunst mit Symbolcharakter hervor. Obwohl äußerlich sehr ähnlich, gibt es sowohl in der Symbolik als auch in der Webtechnik Unterschiede zwischen Aschanti- und Ewekente. Jedes Muster hat einen eigenen Namen und steht für ein Sprichwort oder ein Ereignis.

Traditionelle Kente-Weberei wird vor allem von den Aschanti und den Ewe in Ghana produziert. In der Aschanti-Region werden die traditionellen Stoffe in Dörfern, Woonoo, Maape, Adawonmase und Ntonso arbeiten viele Weber an diesen Produkten. In der Volta Region wird der Kente-Stoff vor allem in der Kpandu-Region im Norden der Volta Region produziert.

 

Batik

Der javanesische Ausdruck BATIK bezeichnet eine Reservefärbetechnik, wobei die Färbung mit einer farbabweisenden Flüssigkeit oder Paste wie Wachs, Harz oder Stärke erfolgt. Das Reservematerial wird auf den Stoff aufgetragen, aufgezeichnet oder aufgestempelt, so dass diese Stoffteile (= Muster) im Farbbad geschützt werden, und nach dem Entfernen des Reservematerials ein Helles Muster erscheint.

Wax- und Superwaxprints

Afrikanische Waxprints oder Waxstoffe sind in Afrika, vor allem im Westafrika, allgegenwärtid unf häufig gebräuchliche Kleidungsstoffe. Es handelt sich dabei um industriell gefertigte bunte Baumwollestoffe mit Batikdruck. Ein Erkennungsmerkmal dieser Stoffe ist das Fehlern einer Unterscheidung in der Farbintensität auf der Vorder- und Rückseite. Aufgrund der Unterschiedlichen Herstellungsprozesse lassen sich die Waxstoffe in verschiedene Qualitätskategorien einteilen.

Normalerweise werden die Stoffe in 12 yards (= 10.973 meters) "full piece" oder 6 yards "half piece" verkauft. Die Farben richten sich nach der lokalen Vorliebe der Kunden. Daraus werden vorwiegend Kleidungsstücke für festliche Anlässe gefertigt.

Die Waxprints sind Teil der nonverbalen Kommunikation der afrikanischen Fraun und sie tragen ihre Botschaft hiernit hinaus. Bei einigen Waxprints kann es vorkommen, dass diese nach Persönlichkeiten, Städten, Bauwerken, Sprichwörtern oder Anlässen bennant werden. Zum Schutz der Designs sind auf der Webkante der Produzent, die Produktbezeichnung und die Registrierungsnummer des Designs aufgedruckt, an ihr lässt sich auch die Stoffqualität ablesen. Die Waxstoffe stellen Anlagegüter für die afrikanischen Frauen dar. Daher werden diese in Abhängigkeit von den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten gesammelt.

 

 JavaPrints

Die aufwendige hergestellen Waxstoffe werden verstärkt durch alternative Herstellungsverfahren imitiert. Diese sogenannten Fancystoffe werden auch als imiwax, javaprints, rollerprint, le fancy oder le légos bezeichnet. Diese Stoffe werden für den Massengebrauch produziert und stehen für Kurzlebigkeit und Vergänglichzeit. Javaprints sind farbintensiver und farbreicher als Waxstoffe und werden nur auf einer Seite bedruckt.

Wie bei den Waxstoffe werden auch auf der webkante der Fancystoffe der Produzent, die Produktbezeichnung und die Registrierungsnummer des Designs aufgedruckt. Auch die die Fancystoffe unterliegen einer gewissen Mode. Die Stoffe sind mengen- und designmässig limitiert und werden teilweise exclusiv in eigenen Shops vertrieben.

 

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